Möbelkunde

SPERRHOLZ UND TISCHLERPLATTEN

Zum Zersägen des Stammes in Längsrichtung werden heute riesige Gattersägen verwendet, die je nach Anzahl und Abstand der eingehängten Sägeblätter den Stamm in einem einzigen Arbeitsgang in verschieden starke Bretter bzw.Bohlen zerschneiden.
Handelsübliche Stärken für Bretter sind: 18mm, 24mm und 35mm
Starke Bretter aus Vollholz werden in der Fachsprache als Bohlen bezeichnet.
Der vollständige Aufschnitt eines Stammes wird als Vollgatterschnitt bezeichnet.
Daneben gibt es noch eine Fülle anderer Einschnittarten , die sich nach den gewünschten Querschnittsmaßen richten.

Schnittholz wird also im Sägewerk erzeugt, wobei es – im Gegensatz zu den sehr dünnen Holzschichten der Furniere – eine bestimmte Mindestdicke aufweisen muss.
Auch muss es sich um ein einziges Holzstück handeln und darf nicht, wie z.B. Speerholz oder Schichtholz, aus mehreren, miteinander verleimten Teilen bestehen.
Seine Weiterverarbeitung beschränkt sich im wesentlichen auf das Durchlaufen weiterer Arbeitsgänge wie Sägen, Hobeln, Fräsen, Bohren oder Schleifen, die das Werkstück für den eigentlichen Möbelbau vorbereitet.

SPERRHOLZ

  • Unter Speerholz versteht man Platten aus mindestens drei aufeinander geleimten Holzlagen, deren Faserrichtung rechtwinklig gegeneinander versetzt wird.
  • Das damit bewirkte Gegeneinander arbeiten der Furniere hebt sich insgesamt auf, so dass das Weiterarbeiten der gesamten Platte zwangsläufig „gesperrt“ wird.
  • Mit Hilfe dieser Technik wurde es erstmals möglich, große Platten beliebiger Ausmaße zu fertigen, die in sich sehr stabil sind.
  • Eingesetzt wurden Speerhölzer zunächst nur in den nicht sichtbaren Bereichen der Möbel, d.h. bei Rückwänden, Schubkästen u. ä. später auch bei Rahmenfüllungen.
  • Aber bald wurde ein neuer – bisher technisch nicht möglicher – Möbelstil gefunden: der großflächige, glatte Kastenmöbelbau.
  • Speerholz wird in zwei Hauptgruppen unterteilt.
  • Während man früher diese mit den Begriffen „Furnierplatte“ und „Tischlerplatte“ bezeichnete, sind die heute geläufigen Bezeichnungen „Furnierspeerholz“ und „Stabspeerholz“ präziser und anschaulicher.

FURNIERSPERRHOLZ

  • Zur Herstellung von Furnierspeerholz wird meist Schälfurnier verwendet, das durch das sogenannte Rundschälen gewonnen wird
  • Der an den Stirnflächen eingespannte Stamm rotiert um seine Achse gegen ein feststehendes Messer. Auf diese Weise erhält man endlose Furnierblätter.
  • Nun werden also beim Furnierspeerholz z.B. 3 Furniere kreuzweise aufeinander geleimt, d.h. das unterste Furnier liegt längs, das mittlere quer und das obere wieder längs.
  • In der Regel sind es Schälfurniere, die rechtwinklig aufeinander geleimt werden.
  • Wie Sie wissen, treten bei Änderungen der relativen Luftfeuchtigkeit durch die sich damit zwangsläufig ändernde Holzfeuchtigkeit im Holz innere Spannungen auf.
  • Beim Furnierspeerholz wird nun das Arbeiten der einen Lage durch den Widerstand der beiden anderen verhindert. Die auftretenden Spannungen werden „gesperrt“.
  • Etwas besonders Wichtiges kommt außerdem noch hinzu, die Erhöhung der Festigkeit.
  • Während bei einem einzelnen Furnierblatt die Festigkeit in der Längsrichtung sehr groß ist, ist eine Festigkeit quer zur Faserrichtung kaum gegeben.
  • Bei der Furnierplatte ist dagegen durch den Wechsel der Faserrichtung eine konstante Festigkeit in beiden Richtungen vorhanden.
  • Furnierplatten können wie Vollholz bearbeitet und behandelt werden.
  • Sie sind selbst an den Kanten noch nagelfähig, wo das Vollholz oft schon spleißt.
  • Einsatzort der Furnierplatte : dort wo geringe Materialstärken am Möbel genügen (Schubladenböden, Rückwände)
  • normale Plattenstärke im Möbelbau liegt bei 4 – 12 mm

 

Bei Furniersperrholz, das sich aus 5 oder mehr Furnierlagen zusammensetzt, spricht man von „Mehrschichtensperrholz“ oder auch Multiplexplatte (ab 12 mm Stärke)

TISCHLERPLATTE

auch Stabsperrholz genannt.
Unterschied zur Furnierplatte : wesentlich dicker und besteht nicht aus Furnieren sondern ausHolzleisten, die durch beidseitig quer aufgeleimte Furniere abgesperrt werden.
Je schmaler die Leisten in der Mittellage sind, desto weniger kann das Holz arbeiten und desto besser ist die Qualität der Platte.
Man unterscheidet zwischen :

STREIFENSPERRHOLZ

  • 24 – 30 mm breite Holzleisten, die nicht miteinander verleimt sind
  • das Holz arbeitet sehr stark
  • Plattenoberfläche ist daher wellig
  • wird nur für Kisten oder Unterkonstruktionen verwendet

STABSPERRHOLZ

  • auch 24 -30 mm breite Leisten, aber mit einander verleimt
  • Holz arbeitet hier auch noch
  • Oberfläche ist nicht so wellig wie beim Streifensperrholz
  • Stabsperrholz hat die höchste Biegefestigkeit aller Plattenwerkstoffe
  • daher sehr gut für Böden, Mittelseiten undBefestigungsleisten
  • für Türen, Klappen etc. nicht geeignet

STÄBCHENSPERRHOLZ

  • 8mm breites Schälfurnier wird zu Blöcken verleimt
  • von den Blöcken werden Scheiben in der gewünschten Dicke abgeschnitten
  • dadurch sieht man immer die stehenden Jahresringe
  • das Holz arbeitet wenig und gleichmäßig
  • Verwendung im hochwertigen Möbelbau : Türen, Klappen

VORTEILE DER SPERRHOLZPLATTEN

  • höchste Biegefestigkeit
  • hohe Auszugfestigkeit (Schrauben)
  • geringe Stärke möglich
  • leicht

NACHTEILE DER SPERRHOLZPLATTEN

  • hoher Preis
  • nicht direkt lackierbar
  • teilweise nicht direkt furnierbar
  • nicht in allen Stärken möglich

 

SPANPLATTEN

  • werden aus zerspantem Holz hergestellt (Ast-, Industrieholz und Holzabfälle -ohne Bast und Rinde)
  • Holzspäne wird auf 3 – 4 % Luftfeuchtigkeit getrocknet
  • mit Kunstharzleim besprüht
  • unter Einwirkung von Wärme und Druck zu Platten gepreßt
  • preiswerter als Sperrholzplatten
  • die Tischlerplatten wurden von den Spanplatten vom Markt verdrängt
  • Kastenmöbel werden heute überwiegend aus Spanplatten gefertigt
  • man unterscheidet : Flachpreßplatten und Stangenpreßplatten

FLACHPRESSPLATTE

  • werden im allgemeinen Sprachgebrauch als „Spanplatten“ bezeichnet
  • je nach Anzahl der Spanschichten gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede
  • man unterscheidet :

EINSCHICHTPLATTEN

bestehen aus einer gleichmäßigen Spanschicht und sind für feinere Furnierungen oder Folienbeschichtungen nicht verwendbar.
Die grobe Spanstruktur würde sich bei dem Aufpressen der Furniere oder Folien auf der Oberfläche abzeichnen.
Einschichtplatten weisen außerdem nur eine geringe Festigkeit auf und sind daher lediglich füruntergeordnete Zwecke einsetzbar.

DREISCHICHTPLATTEN

Für eine Dreischichtplattestreut man zuerst kurze und feine Späne als Deckschicht, dann lange, grobe Späne als Mittelschicht und darauf wieder die dünne Späne als Deckschicht.
Die grobere und losere Mittelschicht hat einen geringeren Leimgehalt als die feinen Späne bei der Deckschicht.
Die Dreischichtplatte zeichnet sich durch eine höhere Festigkeit und eine bessere Formbeständigkeit als die Einschichtplatte aus.

FÜNFSCHICHTPLATTE

Die Fünfschichtplattebesitzt ebenfalls eine grobere Mittelschicht. Es folgen die Schichten aus mittelfeinen Spänen und abschließend die beiden äußeren, besonders feinen Deckschichten.
(Fein-Mittel-Grob-Mittel-Fein – Schichten)
Durch die Zwischenschichten weisen die Fünfschichtplatte auch bei Feuchtigkeitsänderungen eine gute Formbeständigkeit auf.
Eine Qualitätssteigerung wird sowohl in Bezug auf die Biegefestigkeit als auch hinsichtlich einer glatteren und härteren Oberfläche erreicht.
Daher ist sie die qualitativ hochwertigste Spanplatte.
Diese Platten eignen sich daher besonders für Furnierung, Beschichtung und Lackierung. In den Deutschen Industrienormen (DIN) werden Flachpressplatten für allgemeine Zwecke unterteilt in:

  • FPY-Platten : Flachpressplatten ohne besondere Anforderungenan die Spänestruktur der Oberflächen
  • FPO-Platten: Flachpressplatten mit feinspaniger Oberfläche für Direktlackierung, Folien- und Pressbeschichtung

TECHNISCHE EIGENSCHAFTEN DER SPANPLATTEN

Spanplatten lassen sich zwar gut nageln und schrauben, zeigen jedoch nur eine geringe Widerstandsfähigkeit gegen erhöhte Belastungen.
Dies kann zum Ausreißen der Verbindungsmittel führen oder zum Spalten der Plattenkanten.
Aus diesem Grunde müssen bei höheren Längszugwiderständen in die Platten Vollholzeinleimer eingearbeitet werden, die den Schrauben und Nägeln den gewünschten Halt bieten können.

VORTEILE DER SPANPLATTEN

  • gutes Stehvermögen/Formstabilität
  • in allen Stärken lieferbar
  • fast jedes Maß möglich
  • gute Biegefestigkeit
  • gutes Preis-/Leistungsverhältnis

NACHTEILE DER SPANPLATTE

  • keine direkte Lackierung möglich
  • hohe Feuchtigkeitsaufnahme, wenn unbehandelt
  • bei großen Längen besteht die Gefahr des Durchbiegens

SPANPLATTEN UND FORMALDHYD

  • farblos, stechend riechend, reizt Augen und Schleimhäute
  • drei Emmissionsklassen E1 – E3 in denen festgelegt ist, wieviel Formaldehyd die Spanplatte an die Raumluft abgeben darf
  • seit 1986 dürfen nur noch E1 Spanplatten verarbeitet werden
  • E1 = 0,1 ppm (parts per Million)
  • übrigens das Rauchen von 2 Zigaretten entspricht ca. dem Wert den eine Spanplatte an Formaldehyd abgibt
  • Blauer Engel – Umweltkennzeichen der Möbelindustrie wenn weniger als 0,05 ppm beim kompletten Möbelstück

STRANGPRESSPLATTE

Zum Abschluß des Thema Spanplatte möchte ich diesen Plattentyp nur der Vollständigkeit halber erwähnen.
Herstellungsverfahren : Stellen Sie sich eine Platte vor, die innen hohl und hochkant steht. Von oben werden nun die Späne hineingeschüttet und festgestampft.
Sie werden im Möbelbau nicht eingesetzt sondern überwiegend im Innenausbau z.B. Türen und Wandelemente

HOLZFASERPLATTEN

Im Gegensatz zu den Holzspanwerkstoffen werden bei den Holzfaserwerkstoffen nicht nur Holzspäne und Holzstoffe, sondern auch Stroh und andere zellulosehaltige Stoffe verarbeitet.
Das Holz wird so lange zerkleinert, bis nur noch Fasern übrig bleiben. Hierfür eignet sich besonders langfasriges Nadlholz.

NASSVERFAHREN

Zu Beginn der Entwicklung wurden die verschiedenen Holzstoffe im Dampfmahlverfahrenunter Einwirkung von Druck und Hitze zermahlen.
Der dabei entstehende Faserbrei wurde anschließend mit Wasser aufgeschwemmt und von Astteilen gereinigt.
Diese Masse wiederum wurde mit Kunstharzleimen und Paraffin vermischt.
Das Paraffin sollte hierbei die Dickenquellung verringert.
Nun war die Masse soweit vorbereitet, dass sie zur Platte weiterverarbeitet werden konnte.
Dazu wurde der Faserbrei auf ein Sieb geschüttet, damit beim Pressverfahren das überschüssige Wasser abfließen konnte.
Jetzt wissen Sie auch, warum früher die Unterseite der Holzfaserplatten so ein „seltsames“ Muster aufwiesen.
Es ist die typische Struktur des Siebes, die sich hier eingeprägt hat.

TROCKENVERFAHREN

In dem heute üblichen Trockenverfahren wird das im Dampfmahlverfahren zerfaserte Holz ebenfalls mit Phenolharz als Bindemittel und mit Paraffin zur Verringerung der Dickenquellung vermischt.
Diese Masse wird zum Faservlies aufgestreut und in Mehretagenpressen verpresst.
Damit die Oberfläche glatt wird, legt man beim pressen ein hochglanzpoliertes Blech auf.
Zuvor muss der Faserkuchen jedoch noch mit einer Paraffinemulsion übersprüht werden, damit er nicht an den heißen Pressblechen anbrennt.

EINSATZBEREICHE

  • bei Schubkastenböden und Rückwänden werden Sie harte Holzfaserplatten finden(aus Stabilitätsgründen nur bis zu 12 mm dick)
  • Achtung : Bei Feuchtigkeit verändern sie sich in ihren Maßen stark, was sich am Möbel durch wenige Rückwände oder Schubkastenböden bemerkbar macht.
  • Aus diesem Grunde wird bereits vor der Bearbeitung die Plattenfeuchtigkeit dem Verwendungsort angepasst.
  • Sollte jedoch Ihr Kunde z.B. einen für die Küche bestimmten Eckschrank im Badezimmer aufstellen, so darf er sich über die Ausdehnung der Platten nicht wundern.

MDF PLATTE

Hiermit haben wir aber das Kapitel über die Holzfaserplatten noch nicht abgeschlossen, denn die zur Zeit wichtigste, die MDF-Platte, haben wir noch nicht erwähnt.
MDF steht für „Medium Density Fiberboard“ und wird mit „Mitteldichte Faserplatte“ übersetzt.
Die MDF Platte kommt ursprünglich aus den USA. Daher kommt auch der Name. Zufällig paßt die Übersetzung ins deutsche: Mittel-dichte Faserplatte
Das Herstellungsverfahren der MDF-Platte liegt auf der Grenze zwischen Span- und Faserplatte.
Die Hauptmerkmale der MDF-Platte, der homogene Aufbau und die Verwendung von Holzfasern, zeichnen sie jedoch als Faserplatte aus.
In einem besonderen Verfahren wird für die MDF-Platte das Holz aufgefasert, mit Leim vermischt und unter Einwirkung von Hitze gepresst.
Die MDF Platte kommt ursprünglich aus den USA. Daher kommt auch der Name „medium density fiberboard“

GESTALTUNGSMÖGLICHKEITEN

Durch die sehr gleichmäßige und feine Holzfaserstruktur eignet sich dieses Material für neue Verwendungszwecke, die bisher mit Holzwerkstoffen nicht möglich waren.
In diese Platten können Konturen gefräst werden, ihre Kanten können direkt profiliert werden.
Man kann z.B. auch dekorative Rahmenleisten, wie man sie häufig als Gestaltungselemente auf Türen findet, aus der MDF-Platte fräsen.
Diese werden anschließend noch furniert, foliert oder auch lackiert:
Kranz- und Lichtblendenprofile können mit Furnier oder Folie direkt ummantelt werden.
Es eröffnen sich also für die Möbelproduktion mit der mitteldichten Faserplatte Möglichkeiten, die zuvor nur mit Massivholz zu realisieren waren.

VORTEILE DER MDF PLATTE

  • Aber es sind nicht nur die gestalterischen Möglichkeiten, die die MDF-Platte so bedeutsam machen.
  • Mit dem durchgehend gleichmäßigen Aufbau hat sie auch hervorragendeFestigkeitswerte.
  • Ihre Oberfläche ist von sehr feiner Struktur und lässt sich direkt folieren, furnieren und deckend lackieren.
  • Auszugsfestigkeit (Schrauben)
  • kaum Feuchtigkeitsaufnahme
  • Die Einsatzmöglichkeiten der mitteldichten Faserplatte sind im Möbelbau daher sehr groß.
  • Nachteil : hohes Gewicht, hoher Preis

ZUSAMMENFASSUNG

Im Unterschied zur Spanplatte entsteht bei der Herstellung von Holzfaserplatten im Dampfmahlverfahren ein Faserbrei, der mit Bindemitteln versetzt, entwässert und anschließend zu Platten zusammengepresst wird.
Im Möbelbau werden harte Holzfaserplatten verwendet, z.B. für Schubkastenböden und Rückwände.

Eine Sonderrolle nimmt die MDF-Platte ein. Sie eignet sich durch ihren Aufbau auch für Zwecke im Möbelbau, die mit den herkömmlichen Holzwerkstoffen nicht möglich waren.
Besonders die Ummantelungstechnik konnte bis zu einem hohen Qualitätsniveau weiterentwickelt werden.

MASSIVHOLZ

Ein Möbel kann als massiv bezeichnet werden, wenn alle Teile außer Rückwand und Schubladenboden, in der Dicke in ihrem natürlichen Gefüge, durchgehend aus der bezeichneten Holzart stammen und nicht furniert sind.

  • Arbeitet immer weiter, reagiert auf schwankende Raumtemperaturen und Luftfeuchtigkeit
  • Farbe verändert sich
  • Feine Haarrisse können entstehen
  • Optimales Raumklima für Holz liegt bei 19 – 23 Grad/Luftfeuchte 45 – 65 %
  • Diese Fakten sind völlig normal und beeinträchtigen keinesfalls die Haltbarkeit und den Wert des Möbelstücks
  • Charakteristisch für Massivholz sind außerdem Farb – und Strukturunterschiede, Verwachsungen, Unregelmäßigkeiten, Druckstellen, Äste, Harzgallen, Haar – und Kreuzrisse und Spannungen
  • Dies sind alles Echtheitsmerkmale, die dem Holz erst die natürliche Schönheit verleihen und jedes Möbel zu einem Unikat werden lassen !!!
  • Kleine, fest verwachsene Äste, wobei Ausbrüche im Astzentrum ausgebessert sein können – dies sind Unikatsbeweise und kein Reklamationsgrund
  • Farbunterschiede zwischen den einzelnen Riegeln beleben die Optik – kein Reklamationsgrund
  • Fühlbare Fugen ergeben sich durch Nachtrockungsprozesse und sind charakteristisch
  • Ein leichter Plattenverzug wird durch Klimaschwankungen hervorgerufen und gibt sich wieder
  • Unterschiedliche Riegelbreiten zeichnen ein Massivholz aus und unterstreichen den optimalen Einsatz des Werkstoffes

Dagegen wäre „Eiche teilmassiv“ zu bezeichnen, wenn z.B. nur die Fronten aus Massivholz bestehen.

Mit „echt Eiche“ schließlich ist ein Schrank zu bezeichnen, wenn Furnier und Massivholzteile der sichtbaren Fläche aus der selben Holzart sind.

 

FURNIER

Furniere sind nach DIN 4079 dünne Holzblätter, die durch Sägen, Messern oder Schälen von einem Stamm getrennt werden. Ihre Stärke liegt in der Regel zwischen 0,3 und 1,2 mm
Das Wort Furnier leitet sich vom französischen Verb „fournir“ ab und heißt übersetzt soviel wie „mit etwas versehen“.
Schon die Ägypter kannten diesen sparsamen Umgang mit Holz.

EINSATZ VON FURNIEREN

Nach dem Verwendungszweck sind Absperr-,Unter-,Gegen-und Deckfurnier zu unterscheiden.
Eine Unterscheidung zum Brettchen ist nicht durch die Stärke des Materials, sonder durch die Verwendung möglich, nämlich das Aufkleben dieses Holzblattes auf andere Materialien.

Edel-oder Deckfurniere werden auf den sichtbaren Flächen eines Möbelstückes eingesetzt (sowohl als Außen- als auch als Innenfurnier).
Unterfurniere (oder auch Blindfurniere) werden unter dem Deckfurnier, z.B. bei Tischlerplatten eingesetzt, um Unebenheiten und Risse zu verhindern.
Absperrfurniere sollen das Arbeiten des Holzes/Holzwerkstoffes verhindern und sind am fertigen Möbel nicht sichtbar ( z.B. Sockelboden von unten).

HERSTELLUNGSSCHRITTE

1. Fällen des Baumes
2. Versiegeln der Schnittstellen für Transport und Lagerzeit
3. Entrinden des Holzstammes
4. Dämpfen oder Kochen ( Holz wird damit weich und geschmeidig gemacht )
5. Pützen, d.h. das Holz wird von Fremdkörpern befreit
6. Furnierherstellung nach den verschiedenen Verfahren ( Schälen, Sägen, Messern )

Wichtig hierbei ist die Holzauswahl. Nur gesundes, einwandfreies Holz gibt ein optisch schönes Bild (Fehler treten erst nach Oberflächenbehandlung wieder auf und können dann nur noch schwierig korrigiert werden.) Je nach Herstellungsart lassen sich verschiedene Furnierartenunterscheiden:

SCHÄLFURNIER

Normales Schälen

Hierbei wird der Block mittig eingespannt und mit einem dünnen Messer abgeschält. Das Furnierbild spielt eine untergeordnete Rolle und kann auch nicht beeinflusst werden. Wegen des großen Furnierbandes, das beim Normal-Schäl-Verfahrenentstehen, ist dieses Verfahren ideal zum Herstellen von Sperrholz.

Stay-log-Schälen

Dieses Verfahren ist ein extrem exzentrisches Schälen, bei dem der Stamm in einem anliegenden Block eingespannt wird, dem sogenannten Stay-log. Dadurch wird der Schälradius vergrößert und aus Segmenten mit geringem Durchmesser werden breite Furniere geschält. Es fallen Furniere an, die an den Seiten gestreift und innen blumig sind.

exzentrisches Schälen

Der Holzblock wird nicht mittig, sondern außenmittig eingespannt. Es entstehen einzelne, breitere Furnierblätter, die optisch interessanter sind, sie gleichen eher dem Furnierbild des Messerns.

SÄGEFURNIER

Die Furniere werden durch feines Sägen aus dem Block gewonnen. Die Furnierbilder haben keine offene oder geschlossene Seite, weil keine Risse entstehen wie beim Messern.

Es ergibt sich jedoch ein hoher Holzverlust von bis zu 50%. Das Furnier muss nicht gedämpft oder gekocht werden, es können sich keine Farbveränderungen ergeben.

MESSERFURNIER

Mit einem Messer wird das Furnier aus dem Block gemessert, d.h. hinter einem Druckbalken durch ein scharfes Messer angehoben. Die Höhe des Druckbalkens entscheidet über die Anzahl und tiefe der feinen Risse auf der linken, offenen Seiten des Furniers. Ist der Druck zu gering, so sind die wenigen Risse sehr tief, ist der Druck richtig, gibt es viele feine Risse. Diese Risse führen bei der Oberflächenbearbeitung zu unterschiedlichen Farbwerten von linker und rechter Seite des Furniers, weil die rissige (=linke) Seite saugfähiger geworden ist und somit mehr Beize aufnimmt.

Vorteile der Messerfurniere gegenüber Schälfurnieren
– dünnere Furniere
– Beeinflussbarkeit der Oberfläche ( Furnierzeichnungen )
– bessere Oberflächenglätte
– kein Anschnittverlust

Messerfurnier

VORTEILE FURNIERTER MÖBEL

  • Furnier ist ein Naturprodukt, da spüren alle Sinne. Wir können es nicht nur sehen, sondern auch fühlen.
  • Die warmen Holzoberflächen geben das Gefühl der Behaglichkeit.
  • Die einzigartig warme, angenehm natürliche Haptik unterscheidet furnierte Oberflächen klar von „kalten“ Substituten/Nachbildungen.
  • Furnier verleiht Gegenstände und Räumen ein ausdruckstarkes Gesicht.
  • Furnier ist keine Holzimitation! Es ist nicht reproduzierbar!
  • So wie jeder Baum (oder auch Mensch), ist auch jedes Furnierblatt ein einzigartiges Stück Natur.
  • Furnierte Möbel haben ein besseres Stehvermögen als Massivholzmöbel und gleichbleibende Funktionsfähigkeit.
  • Im Gegensatz zu Massivholzmöbeln neigen Sie nicht so leicht zum Verziehen oder Reißen.
  • Bei einigen Hölzern kommt erst durch das Messern oder Schälen die Maserung so richtig heraus.
  • Nur mit Furnieren können große Fronten, z.B. 10-türiger Schrank in 268 cm Höhen, mit gleicher Maserung hergestellt werden.
  • Furniere helfen, den Rohstoff Holz sinnvoll und umweltverträglich, weil sparsam, auszunutzen.
  • (1 m³ Holz = 800 m² Furnier = ca. 16 Schlafzimmer)

LEDERARTEN

LEDER NATURBELASSEN ( ANILIN-LEDER )

leder1

Durchgefärbtes, naturbelassenes Leder ohne Oberflächenabdeckung (Pigmentierung).
Die natürliche Oberflächenstruktur (Narbenbild) bleibt deutlich und vollständig erkennbar.
Das Leder ist sehr warm, anschmiegsam, weich und weist ein sehr gutes Sitzklima auf, da es durch die Offenporigkeit atmungsaktiv ist.
Durch die Offenporigkeit ist das Leder allerdings sehr empfindlich gegen Verschmutzungen und weist nur eine geringe Lichtechtheit auf.

LEDER LEICHT PIGMENTIERT (SEMI-ANILIN-LEDER)

 

leder2

Durchgefärbtes Leder mit leichter Oberflächenabdeckung (Pigmentierung).
Die natürliche Oberflächenstruktur (Narbenbild) ist noch erkennbar.
Das Leder ist warm, anschmiegsam, weich und ist durch die Offenporigkeit auch atmungsaktiv.
Durch die leichte Oberflächenabdeckung (Pigmentierung) ist es jedoch unempfindlicher gegen Verschmutzungen und lichtechter als naturbelassene Leder.

LEDER PIGMENTIERT (GEDECKTES LEDER)

 

Durchgefärbtes Leder mit kräftiger Oberflächenabdeckung (Pigmentierung).
Das natürliche Narbenbild und die Poren des Leders sind vollständig überdeckt.
Im Vergleich mit leicht pigmentiertem Leder etwas kälter und weniger weich, dafür aber wesentlich lichtechter.
Durch die geschlossenen Poren ist das Leder weniger atmungsaktiv, dafür aber sehr pflegeleicht und unempfindlich gegen Verschmutzung.

LEDER KORRIGIERT (KORRIGIERTES LEDER)

Leder mit starker Oberflächenpigmentierung und künstlicher Narbenprägung.
Das natürliche Narbenbild und die Poren des Leders sind vollständig überdeckt.
Im Vergleich mit leicht pigmentiertem Leder etwas kälter und weniger weich, dafür aber wesentlich lichtechter.
Durch die geschlossenen Poren ist das Leder weniger atmungsaktiv, ist aber sehr pflegeleicht und unempfindlich gegen Verschmutzung.
Durch das Korrigieren erhält man eine gleichmäßige Oberfläche.

VARIANTEN DER LEDERKORREKTUR

 

leder3

Deckgefärbt, geprägt
Gleichmäßige Farbe und gleichmäßige Oberfläche durch Prägung.
Narbenschicht noch erhalten

leder4

Korrigiert, deckgefärbt, geprägt
Narben angeschliffen für gleichmäßigere Oberfläche.
Optik durch Prägen erstellt.

leder5

Geschliffen , deckgefärbt , geprägt
Narben voll abgeschliffen und Fehler stuckiert.
Mit mehreren Farbaufträgen abgedeckt und geprägt.

SPALTLEDER

leder6

Leder aus den unteren Hautschichten, bei dem keine Naturmerkmale oder Strukturunterschiede vorhanden sind.
Wird entweder als Veloursleder verarbeitet oder stark pigmentiert und dann geprägt.
In pigmentierter Form sehr pflegeleicht und unempfindlich gegen Verschmutzung.
Das Leder ist eher kalt und hat eine relativ harte Oberfläche.

NUBUK-LEDER

Nubuk-Leder ist die Bezeichnung für feines Rauhleder, das auf der Narbenseite leicht angeschliffen ist und dadurch einen samtartigen Charakter erhält.
Für Nubuk-Leder werden feine Kalbs- oder Rindshäute verwendet.
Das Leder ist sehr warm, anschmiegsam, weich und weist ein sehr gutes Sitzklima auf, da es durch die Offenporigkeit atmungsaktiv ist.
Durch die Offenporigkeit ist das Leder allerdings sehr empfindlich gegen Verschmutzungen und weist nur eine geringe Lichtechtheit auf.

MÖBELSTOFFE

Gerade die Vielzahl an Stoffen gibt Ihnen die Möglichkeit, Ihre individuelle Traumgarnitur zu gestalten und das Aussehen völlig zu verändern. Denn jeder Stoff hat seinen eigenen Charakter und seine eigene Herstellung.

Aus tierischen, pflanzlichen oder künstlichen Fasern werden durch Spinnen und Weben Flächengebilde geschaffen, die strapazierfähig, luftdurchlässig, angenehm und schön sein sollen.

Die Stoffe, die für Möbelbezüge verwendet werden, sind in Bezug auf Strapazierfähigkeit, Lichtechtheit, Schmutzunempfindlichkeit, Reißfestigkeit, Reibfestigkeit sowie Pflege etc. sehr unterschiedlich. Diese Eigenschaften werden durch die Zusammensetzung und den Aufbau des Stoffes bestimmt.

STRAPAZIERFÄHIGKEIT

Die Strapazierfähigkeit eines Stoffes wird nach dem Martindale-Verfahren geprüft.

Die Ergebnisse werden durch die praktischen Erfahrungen mit dem Verschleiß, dem ein Stoffstück normalerweise bei verschiedenen Verwendungen ausgesetzt wird, ergänzt.

Eine Übersicht über die Strapazierfähigkeit eines Möbelstoffes für weiche Polsterung sieht somit wie folgt aus:

min. 10.000 Verschleißbewegungen = private Haushalte bei wenigern Gebrauch
min. 15.000 Verschleißbewegungen = private Haushalte bei regelmäßigem Gebrauch
min. 20.000 Verschleißbewegungen = öffentliche Umgebungen bei regelmäßigem Gebrauch
min. 30.000 Verschleißbewegungen = öffentliche Umgebungen bei intensivem Gebrauch

Ein auf einer weichen Polsterung angebrachter Möbelstoff besitzt jedoch eine größere Widerstandsfähigkeit gegenüber Verschleiß als derselbe Stoff, wenn er auf einer harter Polsterung bezogen ist. Daher sollten für straffe Polstermöbel Stoffe mit deutlich höheren Werten gewählt werden.

LICHTECHTHEIT

Die Widerstandssfähigkeit des Stoffes gegenüber Licht wird in Stufen von 1 bis 8 beurteilt wobei 1 das schnellste Verschießen anzeigt. Die Skala ist eine Verdoppelungsskala, z.B. ist der Wert 5 doppelt so gut wie der Wert 4.

Werte unter 4 würden bedeuten, dass der Stoff leicht verschießt. Der Wert 4 bedeutet, dass Verschießen vorkommen kann, wenn der Stoff einer lange andauernden, kräftigen Lichteinwirkung ausgesetzt wird. In der Regel erreichen dunklere Farben höhere Lichtechtheiten als helle Farben.

Polsterstoffe unterscheidet man prinzipell nach zwei Gruppen mit spezifischen Eigenschaften

Flachgewebe : Das sind Gewebe ohne Flor, also ohne flauschige Oberfläche

Veloure oder Polgewebe : Ds sind Gewebe mit mehr oder weniger hoher, samtartiger Oberfläche

Velour- oder Polgewebe können im allgemeinen stärker beansprucht werden als Flachgewebe. Teure Stoffe, zum Beispiel Seide, sind nicht von vornherein auch strapazierfähiger. Wichtigstes Qualitätsmerkmal ist seine Dichte.

FLACHGEWEBE

Zwei sich rechtwinklig kreuzende und sich abwechselnd überlagernde Fadengruppen nennt man Gewebe. Den Längsfaden Kette, den Querfaden Schuss. Innerhalb der drei Grundbindungen, Leinenbindung, Körperbindung und Atlasbindung lassen sich Kett- und Schussfäden fast unbegrenzt miteinander verkreuzen. Für die sehr strapazierten Kettfäden werden Glattgarne verwendet (reißfeste Polyester, Baumwollzwirn oder Zellwolle).

Bei Schussgarnen sind dem Textildesigner kaum Grenzen gesetzt. Er kann durch entsprechende Garnauswahl die vielgestaltigsten Wirkungen erzielen. Zum Beispiel Chenille-Gewebe: durch Zwirnung zweier Fäden werden weiche, flauschige Fäden eingelagen und erhält dadurch ein dem Velours ähnliches Gewebe.

Der Preis sagt meist wenig über Langlebigkeit und Robustheit eines Stoffes aus. Exklusive Naturmaterialien, wie feine, glänzende Seide, oder Raffinesse im Druck- und Herstellungsverfahren machen Stoffe teuer aber auch unvergleichlich schön.

CHENILLE

Bei diesem samtartigen und weichen Flachgewebe werden Chenille-Garne als Schuss- faden verwendet. Diese Garne bestehen aus zwei gegeneinander verdrillten Fäden mit eingefügten

Florfasern, die diesem Flachgewebe seine Strapazierfähigkeit verleihen. Wegen seiner Optik und seinem angenehmen Griff werden Chenille-Artikel sehr geschätzt. Wie alle Textilien unterliegen aber auch diese Stoffe im Gebrauch gewissen Oberseitenveränderungen. Je weicher und angenehmer ein Chenille ist, um so leichter arbeiten sich einzelne Fasern heraus.

Bedingt durch diese besondere Webtechnik kann man vom Preis der Ware nicht unbedingt auf die Strapazierfähigkeit schließen. Ein höherer Preis kann sich auf Exklusivität der verarbeiteten Garne beziehen oder z. B. auf die Webtechnik.

Ebenso wie beim Velours, sind Schattierungen oder Sitzspiegel beim Chenille als normale Gebrauchserscheinungen zu betrachten. Ein leichter Verlust der Florfäden auf den Gebrauchsflächen ist ebenfalls warentypisch. Die Haltbarkeit des Stoffes wird dadurch jedoch nicht beeinträchtigt.

VELOURSTOFF

Die ist eine Sammelbezeichnung für alle Stoffe, bei denen Garne als sogenannter Flor in das Grundgewebe eingewebt werden. Durch diese Fertigungsart wird – bei guter Polfestigkeit eine sehr hohe Strapazierfähigkeit erreicht. Daher ist diese Bezugsart geeignet für Polstermöbel, die starkem Gebrauch ausgesetzt sind.

SCHNITTRUTENPLÜSCH

Diese Stoffart besitzt neben dem Grundgewebe aus Kette und Schuss noch einen weiteren Faden, den Florkettfaden. Mit dem Einschießen des Schussfadens wird zwischen Grundgewebe und Florette eine Stahlrute geschoben und so umschlungen. Ein kleines Messer am Rutenende durchtrennt beim Herausziehen der Rute die Schlingen des Florfadens und der Flor steht dann als Fadenbündel frei nach oben.

In der Möbelbranche hat sich für diesen so entstehenden Stoff der aus dem Französischen stammende Begriff Velours durchgesetzt. Sehr feine Ware dieses leichten, griffsympathischen Stoffes nennt man auch Samt.

DOPPELPLÜSCH

Im Ergebnis ist dieser Stoff mit dem Schnittrutenplüsch identisch. Nur das Herstellungsverfahren ist rationeller, damit preiswerter und wird heute überwiegend angewandt. Zwei Grundgewebe, Ober- und Unterware, werden zunächst durch Polfäden verbunden und anschließend durch ein Messer wieder getrennt. Bei Nachbestellungen ist zu beachten, daß die Musterung von Ober- und Untergewebe spiegelbildlich sind.

RASCHELVELOURS

Im Gegensatz zum gewebten Velours wird als Grundlage kein Gewebe, sondern Maschenware verwendet Maschenware, wie Trikot, wird im Ein-Faden-System hergestellt, ist dadurch erheblich billiger als gewebten Ware, dehnbarer und elastischer. Anders als beim Velours lassen sich aber nur wenige Muster wie Hoch-, Tief- und Streifenmuster erzielen, können allerdings vielfältig bedruckt werden.

Die unterschiedlichen elastischen Eigenschaften von Velours und Raschelvelours wirken sich auch auf Verarbeitung und Design der Möbel aus: eine legere Verarbeitung ist mit einem gewebten Velours besser zu erreichen als mit einem Raschelvelours.

MIKROFASERN

Dies sind mikroskopisch feine Fasern,
von denen 10000 Meter zwischen 0,8 und 1,2 Gramm wiegen.
Aus dieser rein synthetischen Faser können sowohl gewebte oder geklebte Stoffe als auch Wirbelfliese hergestellt werden.

Da diese Bezüge alle in einer dem Alcantara ähnlichen Optik hergestellt werden, sind sie kaum voneinander zu unterscheiden.
Doch gerade bei Mikrofaserstoffen gibt es himmelweite Qualitätsunterschiede, wie Verschleißtests zeigen:
Hier liegen die Werte je nach Bezugsmaterial zwischen 10.000 und 80.000 Scheuertouren! Deshalb sollten Sie sich über die unterschiedlichen Materialeigenschaften vor dem Kauf genau informieren.

Zu den bekanntesten und hochwertigsten Materialien zählen:
Alcantara, Amaretta, Bellseime und Lamous.

MIKROFASER-FLOCKVELOURS

Auf ein Trägergewebe, meist Baumwolle in Leinenbindung, wird ein Haftmittel aufgetragen. Auf dieses so beschichtete Grundgewebe werden elektrostatisch aufgeladene, 2-3 mm kurze Synthetikfasern, wie Polyester, aufgeschossen und anschließend fixiert und bedruckt.

Flockstoffe bieten nicht die vielfältigen Strukturen anderer Stoffearien, die sich aus Faserkombinationen, Spinn- und Webverfahren oder Bindungsmethode ergeben. Neue Druckverfahren, speziell für Flockstoffe entwickelt, bieten aber eigene, interessante Gestaltungsmöglichkeiten.

MIKROFASER-WIRBELVLIES

Diese sehr hochwertigen, langlebigen und wertvollen Stoffe, wie Alcantara und Amaretta werden in einem aufwändigen Verfahren hergestellt.

Superfeine Düsen erzeugen mikrofeine Fasern und verwirbeln diese in allen Richtungen zu einem extrem dichten Vlies. Dabei erreichen die Fasern eines einzigen Quadrat-Zentimeters aneinander gereiht eine Länge von 600- 800 km! Diese enorme Dichte ist der Grund für die außergewöhnliche Reißfestigkeit und Strapazierfähigkeit dieser Stoffe. Dabei sind sie im Griff anschmiegsam, in der Optik ebenso schön wie Velours-Leder und im Reinigungsverhalten unübertroffen!

Allgemeines für die Wahl des richtigen Bezugstoffes gilt zu beachten:

Möbel und Bezugstoff sollten zueinander passen.

Der Stoff muss der Polsterform entsprechen.

Straffe Polsterungen brauchen strapazierfähigere Stoffe als legere Kissen Farbechtheit und Haltbarkeit hängen davon ab, in welcher Umgebung die Polstermöbel stehen und wie stark der Bezug beansprucht wird. Achten Sie auf Qualitätseigenschaften wie: hoher Scheuerwiderstand, geringe Druckempfindlichkeit, hohe Festigkeit des Flors bei Velourstoffen, einen angenehmen und weichen Griff, hohe Lichtechtheit, Reibechtheit der verwendeten Farben, geringe Schmutzempfindlichkeit, sowie gutes Reinigungs- und Pflegeverhalten.

Entscheidend für die Haltbarkeit sind Webart und textile Rohstoffe. Besonders strapazierfähig sind Mohair, Polyester- und Polyacrylvelours. Baumwolle und Viskose verschleißen schneller und sind eher für lose Polster und leger gepolsterte Modelle geeignet.
Durch ihren Flor sind Veloursgewebe grundsätzlich strapazierfähiger als Flachgewebe oder Jaquards,
deren Untergewebe direkter Scheuereinwirkung ausgesetzt sind.
Denn raue Stoffe und harte Nähte strapazieren das Gewebe stark. Auch manche Damenstrumpfhose wirkt wie Schmirgelpapier.

Handschweiß kann zu Verfilzungen und Verfärbungen an den Armlehnen führen. ..

Sonnenlicht bleicht textile Gewebe aus – helle Farben und Muster schneller als dunkle! Uber die Lichtechtheit gibt eine Notenskala von 1 (schlecht) bis 8 (sehr gut) Auskunft.
Einige Stoffe, besonders Veloure neigen zum Changieren. Dieser Effekt entsteht durch unterschiedlich reflektiertes Licht und ist dem Sitzspiegel sehr ähnlich, nur daß diese Florlagenveränderung durch Druck und Körperwärme entsteht.

Flachgewebe neigen zur Pillingbildung; Fasern arbeiten sich aus dem Gewebe heraus oder verketten sich mit Fremdfasern und bilden so kleine Knötchen. Diese mindern nicht die Qualität des Stoffes und lassen sich leicht entfernen.

Quelle: http://moebel.moebelkunde.de